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Der gewundene Pfad

Tag 72 — Feldnotizen eines Pilgers

Wachgefühl: 6.

05:00. Nebel steigt aus den Feldern zwischen Basislager und Wald. Übungen, dann begann das Packen — was bleibt, was mitkommt.

Wurzeltag bis zum Abend — die letzten Stunden des Mondes im Steinbock. Das Packen, das Sortieren: alles Wurzelarbeit. Um 21 Uhr wechselt der Mond in den Wassermann. Morgen ist ein Blütentag.

Der Plan steht: Montag, früh, die Straße zurück nach Gut Nisdorf.

Ein paar Stunden mit Julika. Ein paar mit Mattheo. Morgen wieder Julika.


Zwölf Tage. Ab Montag laufen sie an der Ostsee.

Wenn ich an den 18. Juni denke, sehe ich den gewundenen Pfad bei Nisdorf — links der Bodden und die Schilffelder, rechts die Rapsfelder und die aufgehende Sonne.

Mein Denken suchte immer ein Ja oder ein Nein — dies oder das, schwarz oder weiß. An all den Morgen auf diesem Pfad fand das Auge etwas anderes: Schattierungen von Grau, von Blau, von Rosa. Nie zwei Farben.

Meine Gedanken sind auf diesem Pfad — nicht auf dem, der sich im Kreis dreht.


Sieben Orte lagen auf dem Tisch. Die Zahl war nie die Frage. Jetzt höre ich, die Richtung ist gelesen. Ich bin hier, um zu dienen, mit. Die Bedürfnisse der Menschen, die mir all die Jahre nahe waren, gehören auch dazu.


Tag 72 — Phase 11 — Gedanke — Gallenblase — Onyx — Ubuntu
Gut Nisdorf, Mecklenburg-Vorpommern, Baltic Coast
© 2025–2026 Michel Garand | A Pilgrim's Fitness Plan | CC BY-SA 4.0
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