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Das letzte Feuer

Tag 69 — 3. Juni 2026

Aufwachgefühl: 7.

03:30. Die Vögel setzen alle auf einmal ein, im Dunkeln vor dem ersten Licht. Elf Nächte jetzt im Zelt. Der Kopf auf dem Kissen, der Boden, der mich in ganzer Länge trägt. Ich liege still und höre. Dann auf, hinaus, die Sonne begrüßen, bevor der Weg in die Stadt beginnt.


Der letzte Fruchttag der Phase. Der Mond noch im Zeichen des Schützen, eine lange Linie zu Saturn haltend. Feuer — und das, was dem Feuer seine Form gibt.


Ein junges Feuer lodert auf. Es knistert, wirft Licht, verlangt nach Nahrung — und ist bis zum Morgen erloschen. Ein altes Feuer führt nichts vor. Es ist zu Glut heruntergebrannt — weniger zu sehen, mehr Wärme, und es hält die Nacht hindurch. Die Flamme war nie das Feuer. Die Glut ist es.

Ich habe ein Leben lang die Flamme für das Feuer gehalten. Hell gebaut, schnell gebaut, dort gebaut, wo man es sehen konnte. Dieses Feuer braucht ein Publikum und jede Stunde ein frisches Scheit. Das andere braucht keines von beidem. Es hält, was es hat, und bewahrt die Wärme.

Ich gehe noch nicht. In ein paar Tagen kommt die Ostseeküste zurück, der Bodden. Es muss nur halten.


Sieben Orte lagen auf dem Tisch. Die Zahl war nie die Frage. Jetzt höre ich, die Richtung ist gelesen. Ich bin hier, um zu dienen, mit. Die Bedürfnisse der Menschen, die mir all die Jahre nahe waren, gehören auch dazu.


Tag 69 — Phase 10 — Sprache / Wort — Dreifacher Erwärmer — Beryll — Coelho
Gut Nisdorf, Mecklenburg-Vorpommern, Ostseeküste
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