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An meine Kinder

Und an ihre Mütter.

Julika. Mattheo. Jacqueline. Denise. Emma. Und Sinaida.

Und an ihre Mütter.


An die Mütter — ihr habt gehalten, was ich nicht gehalten habe. Den Haushalt, die Kontinuität, die tägliche Präsenz, die ein Kind braucht. Das habt ihr getan, viele Male, ohne den Partner an eurer Seite, mit dem ihr es hättet gemeinsam aufbauen können.

Susi — du bist die Mutter gewesen, die Julika gebraucht hat. Vollständig, in den Jahren, die wir geteilt haben, und in den Jahren seither. Ich ehre das. Ich bin dafür dankbar. Was du für Julika aufgebaut hast, gehört dir — und es ist real.

Und last but not least — Sinaida — ich kannte dich, seit du vier Jahre alt warst. Auch ich war nicht immer der Stiefvater, den du verdient hättest. Das trage ich ebenfalls.

An euch alle: Ich habe das Familienleben nicht mit euch ko-kreiert, so wie ich es hätte tun sollen. Das trage ich.


Ich bin ein Vater gewesen. Ich bin nicht sicher, ob ich immer der Vater war, den ihr verdient habt.

Wenn ich präsent war — vollständig, ohne dass sich schon das Nächste in meinem Kopf formte — glaube ich, war ich gut darin. Das ist keine Selbstvergebung. Es ist der ehrliche Bericht dessen, was tatsächlich da war, wenn ich ankam.

Aber ich habe den Haushalt nicht zusammengehalten. Nicht mit euren Müttern. Nicht mit der Beständigkeit, die eine Familie braucht. Ich wollte, dass es anders ist. Das Wollen war echt. Das anhaltende Handeln folgte nicht so, wie es nötig gewesen wäre.

Die Anerkennung, die Bereitschaft, anders zu handeln, die Pilgerreise — sie kamen spät. Sie geschehen jetzt, mit vierundsechzig, als sie mit vierzig, mit fünfzig hätten geschehen sollen. Ich kann die Jahre nicht zurückgeben, die im Halbmaß vergingen.

Und ich kann nicht jedes zweite Wochenende Vater sein. Das ist kein Vatersein — das ist Besuch. Ein Kind braucht einen Vater im Haus, am Tisch, an einem gewöhnlichen Dienstag. Ich wusste das. Ich fand nicht den Weg, es zu leben. Jetzt mit 64 habe ich die Werkzeuge — und ich lerne endlich, sie zu benutzen. Das gibt nicht zurück, was nicht gegeben wurde. Aber es ist das, was ich habe.


Ich bitte euch um Vergebung. Nicht weil ich sie verdient habe. Weil das Benennen dessen, was ich schulde, der einzige ehrliche Anfang ist, der mir bleibt.


Ihr reist mit mir. Julika, Mattheo, Jacqueline, Denise, Emma und Sinaida — wo immer diese Pilgerreise endet, wo immer ich als nächstes lande, ihr seid die lebendige Wurzel, die mit mir geht. Das repariert nicht, was ich nicht getan habe. Aber es ist wahr.

Es tut mir leid.


Tag 46 — Phase 7 — Wort — Blase — Onyx — Buch Hiob
Gut Nisdorf, Mecklenburg-Vorpommern, Ostseeküste
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