Die Predigt
Tag 24 — Sonntag — Gut Nisdorf
Tag 24. Sonntag. Gut Nisdorf.
Um 4 Uhr wachgeworden mit einem Wort im Kopf. Ziel. Nur dieses eine Wort, nichts mehr. Der Körper hat es abgelegt und ist wieder eingeschlafen.
Aufgestanden um 5:35. Übungen. Dann hinaus.
Es hatte geregnet in der Nacht. Die Luft hielt es noch — diese besondere Stille nach dem Regen, wenn die Erde genommen hat, was sie brauchte, und die Atmosphäre nichts mehr zu beweisen hat.
Bewölkt. Die Sonne schon über dem Horizont, aber verborgen. Ich ging den Weg entlang, der zwischen dem Bodden und den Rapsfeldern verläuft. Der Raps begann, sich gelb zu färben.
Dann brach die Sonne durch. Nicht ganz — nur die Strahlen, schräg durch eine Lücke in der Wolkendecke. Das Licht, das alte Maler suchten, wenn sie zeigen wollten, dass etwas ankommt. Ich hörte nicht auf zu gehen.
Der Bodden war zu hören — leise plätschernde Wellen, in der Ferne. Der gewundene Weg zwischen Wasser und Feld.
Ich wollte gerade umkehren in Richtung Gut Nisdorf, als drei große weiße Vögel erschienen. Sie flogen synchron, Süd/Südost, zielstrebig. Verschwunden, bevor ich sie benennen konnte.
Ein Sonntag. Die Predigt war bereits gehalten worden.
Biodynamisch: Frucht geht über in Wurzel. Aufwachgefühl: 7.